Mittwoch, August 30, 2006

Morbider Kulturtrip

Hallo werter Leser. Diese Woche mal einen Tag zu früh, aber ich bin grad in Rostock und weiß nicht, ob ich morgen meinen Hintern in die Uni kriege.
Mein Highlight der Woche war mit Sicherheit der Samstag. Da war in Berlin die Lange Nacht der Museen und ich habe für meinen Schatz und mich eine morbide Tour zusammengestellt. Für schlappe 8 € inklusive Bahn konnte man überall rein. Zuerst waren wir am Berliner Dom und haben uns die Hohenzollerngruft angesehen. Eigentlich wollten wir auch eine Führung machen, aber der Führer (ich lass das jetzt mal so) war ehrenamtlich und das ist fast so wie ein Eisenbahnfan.

Ich habe herausgefunden, dass die Hohenzollern meistens als Kind schon sterben, denn es waren genauso viele Kindersärge da, wie alle anderen. Tod, zum ersten.
Als nächstes sind wir ins Deutsche Historische Museum und haben uns eine Ausstellung über Deutsche Geschichte von den Kelten bis ca. 1930 angesehen. Das Ding war riesig und jede Epoche wurde gleich behandelt. Wir fanden es sehr interessant.
Danach gings in Pergamonmuseum, weil da eine Ausstellung über Schrift sein sollte. Wir haben aber nur den üblichen antiken Plunder gefunden und den können wir uns auch an Originalschauplätzen ansehen. Trotzdem hat mein sachkundiger Begleiter mir noch eine interessante Geschichte über das Pergamonmuseum erzählt: Eine Legende besagt nämlich, dass die Säulenhalle im Pergamonmuseum das Höllentor ist und dass wenn der Teufel eines Tages auf die Erde kommt, er es dann durch dieses Tor tut. Tod, zum zweiten. Da die Geschichte aber irgendwie nur mein Schatz kennt, kann es durchaus sein, dass sie aus einem der zahlreichen Indiana Jones Teile entlehnt ist. Er bestreitet dies jedoch sehr glaubhaft.
Letzte Station war die Charité. Genauer gesagt das Pathologische Museum. Hier haben wir erst etwas über Fussball und Medizin gelernt und sind dann runter in die Ausstellung pathologische Präparate. Das ist eine Dauerausstellung, die ich nur empfehlen kann. Föten ohne Gehirn oder als Zyklop oder Kohlelungen mit noch zusätzlich Tuberkolose. Tod, zum dritten. Auch die Ausstellung "Leben mit Ersatzteilen" war prima. Das konnte man Armprothesen ausprobieren oder sich einen 3min Film über eine Knieoperation ansehen. Den fand sogar ich eklig und nur mein schlauer Begleiter und ich haben bis zum Ende durchgehalten. Einen ähnlichen Film gabs auch noch zur Augen-OP aber der musste dann nicht mehr sein.
Ansonsten ist mir gerade vor einer Stunde was interessantes passiert. Ich steh hier so vor der Uni und schmöke eine, da kommt dieser Frank an, der mich doch mal vor der Philo angequatscht hat. Und was tut er? Er quatscht mich wieder an, weil er sich nicht erinnern konnte, es schon einmal getan zu haben. Als ich ihm das jedoch dann verdeutlicht habe, wars ihm nicht mal peinlich. Dazu fällt mir nix mehr ein.

Ich hab diese Woche aber noch eine Lebensfrage, die mir durch die aktuelle Plutodiskussion wieder in den Sinn kam. Das Pluto kein Planet mehr sein darf, dürfte vor allem für die Astrologie ein Problem sein. Was bedeutet das jetzt für mein Geburtshoroskop? Da stand Pluto doch im 5. Haus und stand für gute Zähne? Fallen mir jetzt die Zähne aus? Dramatische Lebenskrisen bahnen sich da an. Aber darum gehts gar nicht. Also, wir wissen ja alle, dass wir die Sterne nur sehen können, weil sie explodierende bzw. verglühende Weltraumdinge sind oder waren. Aber wenn diese Weltraumdinge (Planeten, Sonnen etc.) sich gerade in einem heißen Zerstörungsprozess befinden, warum können wir Sternbilder auch heute noch unverändert sehen, wie vor tausenden Jahren? Sicherlich werden einige jetzt wieder mit der Zeit bis zur Erde argumentieren wollen, aber irgendwann muss das Zeug ja auch mal VERglüht sein und da ist es doch egal, wann es angefangen hat. Und wenn es verglüht ist, dann kann ich es ja nicht mehr sehen. Ich bitte um Aufklärung und auch um rege Beteiligung derjenigen, die diese Seite normalerweise nur lesen.

Und im Kino?: CARS


Stars: Vor allem die Synchronstimmen. Auch Michael Schuhmacher darf zwei Sätze sagen.

Story: Talentierter aber arroganter Rennflitzer landet aus Versehen in einem Wüstenkaff. Wegen eines Verkehrsdeliktes muss er die Strasse teeren und so auch einige Tage bleiben. So lernt er, was im Leben wirklich wichtig ist und verliebt sich auch noch in den flotten Porsche Sally.

Ja und?: Es ist ein Kinderfilm, ganz klar. Mit Moral und allem drum und dran. Pixar wurde ja jetzt von Disney gekauft und deswegen wurde zu meinem Leidwesen vemehrt gesungen. Wer schon überlegt hat reinzugehen, der sollte es tun. Die Wagen und die ganze Cars-Welt sind liebevoll ausgedacht und animiert. Sogar die Käfer sind kleine Autos. Es gibt drei absolute Highlights: 1.) Der Vorfilm. Der bekommt von mir ein 5-Sterne-Plus-Zertifikat. Wer "Cars" selbst nicht sehen will, sollte sich jedoch den Vorfilm organisieren. Heißt "One Man Band". Der war mal richtig klasse. 2.) Der Reifenwechsel beim entscheidenen Rennen und 3.) Der Abspann. Die beiden italienischen Reifenhändler sind sowieso enorm witzig und heben den Film gewaltig. Ich hab die Sterne beim Stefan geklaut und erpare mir somit eine Verschriftlichung.




5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So dann werde ich mal was zu den Fragen hier schreiben.

Also Punkt 1 - der Teufel:
Da verweise ich auf die führende Tageszeitung Deutschlands: http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/05/20/teufel-berlin-these/teufel-berlin-these.html

Punkt 2: Warum leuchten Sterne.

Also wenn ich mich noch richtig an meinen Physikunterricht erinnern kann (das konnte ich meist nicht mal nach der Unterrichtsstunde) sind Sterne ja nichts anderes als Sonnen. Das heißt es sind verbrennende Gase (also wie früher in Pankow an der Autobahn das Kraftwerk). Jetzt stellt sich natürlich die Frage warum die schon so lange verbrennen!? Aber das macht ja unsere Sonne auch. Man braucht halt nur genug Mittelchen zum Feuer machen. Um das an einem kleinen Beispiel zu illustrieren. Also man kann einen Grill ja ganz normal benutzen. Man kann ihn aber auch derart mit Munition versorgen, das er am nächsten Tag völlig verkohlt als kleines Häufchen Elend am Boden liegt (Eggsdorf 2001 oder so).

Mehr fällt dem schlauen Begleiter dazu auch nicht ein.

Annika hat gesagt…

Um genau zu sein strahlenSterne (die heiß genug sind) nicht nur dadurch, dass irgendwas verbrennt, sondern dadurch, dass im Inneren eine Kernfusion ausgelöst wird. Je nach Art der Entstehung (also, wie stark die Druckwelle war durch die der Stern entstanden ist) gibt es massearme und massereiche Sterne. Massereiche Sterne haben eine so starke UV-Strahlung, dass die Globule (dichte STaub- und Gaswolken)zu schnell auseinander getrieben werden und der STern keine weitere Masse "aufnehmen" kann. Diese Sterne haben nach NUR einhundertausend Jahren ihren gesamten Brennstoff aufgebraucht. Masseärmere Sterne können nach der Zündung der Kernspaltung noch Masse aufnehmen und haben so eine etwas längere Lebenserwartung. Die Sonne zum Beispiel, die so massearm ist wie es für einen Stern möglich ist, hat nach 5 Milliarden Jahren erst die Hälfte ihres "Hauptlebens" (die Hauptreihenphase) hinter sich. (Nachdem Sterne "verglühen" geben sie aufgrund ihrer Restwärme noch Strahlung ab). Massereiche Sterne gibt es übrigens wesentlich seltener als massearme. Sie übertreffen in ihrer Strahlung sogar die Sonne. Sie sind besonders im Frühstadium des Universums (vor über 10 Milliarden Jahren) entstanden, als es nur Wasserstoff und Helium zur Sternbildung gab. Diese Sterne aus dem Frühstadium existieren heute nicht mehr. Fast alle anderen dürften unsere Vorfahren genauso gesehen haben wie wir.

Anonym hat gesagt…

Sonst gehts aber noch, oder? Wieviel hast du von dem was du da kopiert äähhh gschrieben hast denn wirklich verstanden?

Posten ohne Quellenangabe.....und das als angehende Magistrantin, oder wie das heißt. Auweia.

Annika hat gesagt…

Meine Quelle sind meine guten astronomischen Kenntnisse, aufgefrischt und erweitert durch sicheres Wikipedia-Wissen. Verstanden hab ich das übrigens was da steht (und ich hab auch versucht es einfach auszudrücken) und habe auch nur dass geschrieben, von dem ich vorher schonmal gehört habe. Sekundärquelle ist übrigens auch meine Lieblingssendung Alpha Centauri, in der ich schon viieeel über unser Universum gelernt habe.
Übrigens: Meckern ohne Namensangabe und das als selbstständiger und hoffentlich einigermaßen selbstbewusster Mensch...also wirklich!

Nadine hat gesagt…

Vielen Dank für die rege Beteiligung - ihr zwei. Jetzt weiß ich wegen der Sterne Bescheid und muss nicht andauernd Angst haben, dass es bald keine mehr gibt.
@ schlauer Begleiter: Wenn du natürlich die Bild als Quelle heranziehst, dann nehme ich natürlich meine frevlerischen Äußerungen bezüglich des heroischen amerikanischen Archäologens zurück.

Beitragende