Mittwoch, November 22, 2006

Schnäbeln in Karlsbad

Diese Woche gibts wieder was zu berichten und zwar war ich am Wochenende mit meinem Lieblingsbegleiter in Karlsbad, im von mir heißgeliebten Tschechien. Politisch korrekt heißt es Karlový Vary. Wir bleiben bei Karlsbad. Durch unser neues Navi, von uns liebevoll "Die Plenske" getauft, haben wir Karlsbad auch schnell gefunden. Nur im Ort wurde es etwas haarig, weil der auf zwei Ebenen existiert, also am Berg und im Tal. Die Plenske kann aber nicht dreidimensional denken und so mussten wir unser Hotel selber finden. So ohne Karte war es etwas schwierig. Gegen 23.00 Uhr waren wir dann doch in unserem Vier-Sterne Palast angekommen. In unserem Zimmer erwartete uns schon Silberfisch Fred, der sich mächtig gefreut hat, uns kennenzulernen. Leider war er wohl etwas zu aufgeregt, denn am nächsten morgen lag er tot am Mülleimer und wurde dann weggeputzt. Nachdem wir um die Uhrzeit in Karlsbad kein Essen mehr bekommen haben, gingen wir nur mit einem Äpfelchen im Magen ins Bett.
Der nächste Tag begann mit einer Massage von professioneller Hand. So entspannt sind wir
dann den Ort erkunden gegangen, der wirklich superschön ist. In Karlsbad wurden auch wichtige und weltberühmte Sachen erfunden, so natürlich die schmackhafte und berühmte Karlsbader Oblate, von der wir uns eine ganz Packung mitgenommen haben und die ich heute zum Abendmahl essen werde (Mist, ich konnts mir nicht verkneifen). Um die Oblate runterzuspülen wurde in Karlsbad dann auch noch der Becherovka erfunden. Ganz ehrlich. Und zwar vom Herrn Becher. Doch damit nicht genug. In Karlsbad ist auch der grösste Getränkehersteller von Tschechien ansässig. Kerngeschäft ist hierbei "Mattoni" - zu vergleichen mit dem deutschen Apollinaris; inzwischen auch in vielen lustigen Geschmacksrichtungen erhältlich.
Irgendwann während unserer Stadterkundung fiel mir auf, dass die ganzen Kurgäste so ähhh...homosexuelle komische Tassen in der Hand hatten und aus deren Griff getrunken haben. In Karlsbad gibts nämlich Heilquellen. Als ich meine Beobachtungen meinem Lieblingsbegleiter mitgeteilt hatte, klärte der mich auf, dass es sich hierbei um Schnabeltassen handele und in Karlsbad sei es halt so, dass man aus diesen Tassen das Heilwasser zu sich nähme. Ich fand die Teile total albern und tuntig, was bedeutete, dass ich natürlich auch eine haben musste.
So gerüstet haben wir uns dann durch alle Quellen gesoffen und festgestellt, dass salziges eisenhaltiges Wasser doof schmeckt. Hier ist übrigens ein Foto von mir mit unserer Schnabeltasse. Auf jeden Fall waren wir danach total geheilt, besonders im Magen-Darm Trakt, weil das Zeug abführend wirkt.
Nach weiterer Flaniererei durch die Kolonnaden kamen wir dann an diesem (sehr versteckt liegendem)Hinweisschild vorbei und danach haben wir kein Wasser mehr getrunken, sondern den heilenden Effekt mit gutem böhmischen Essen versucht rückgängig zu machen.
Am Abend haben wir uns dann noch in einer Hotellobby niedergelassen, in der ein echter Klavierspieler uns mit seiner Musik erfreute. Dazu gabs noch ne Flasche guten tschechischen Rotwein. Das fand ich ganz schön prima.
Mir ist dabei aufgefallen, dass der Beruf des ähhh... na sagen wir mal Escortservices in Karlsbad weit verbreitet ist. Wir konnten sogar das Paradebeispiel des halbglatzigen deutschen Beamten beobachten, der versuchte, seinen osteuropäischen Chiara Ohoven Verschnitt mit seiner Weinkenntnis zu beeindrucken. Aber vielleicht lieben die sich ja wirklich...ja ja, kann ja alles sein...neeee!!
Zum meinem Entsetzen dämmerte mir irgendwann die Erkenntnis, dass man in Karlsbad schon allein für den Beruf der Kellnerin oder auch Escortdame mindestens vier Sprachen sprechen muss. Also tschechisch können die alle, klar. Dann können die aber auch alle noch deutsch, russisch und englisch. Kein Wunder, dass uns Osteuropa den Rang abläuft, wenn schon deren Kellner derart qualifiziert sind.
Abschließend kann ich Karlsbad total empfehlen. Wenn ihr also mal ein schönes Wochendziel sucht, dann nix wie hin.

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Bevor ich jetzt noch den Kinofilm präsentiere, möchte ich noch einen Aufruf starten. Das Jahr neigt sich dem Ende und ich würde gern (wenn sich genügend beteiligen) die ASYN-Awards in verschiedenen Kategorien verleihen. Kommentiert, mailt oder sagt mir ins Gesicht, welche Kategorien dabei sein sollen. Bester Film und doofster Film sind, denke ich, gesetzt. Aber was soll noch geehrt werden? Los gehts!!!
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Kino: Severance
Stars: ----
Story: Der Rüstungskonzern Palisade schickt sechs Schreibtischtäter ein Wochenende in eine ungarische Jagdhütte, damit sie ihrem Teamgeist fördern können. Auf der Fahrt dorthin streikt aber der Busfahrer und sie sind gezwungen, die Hütte auf eigene Faust zu finden. Schnell finden Sie auch eine Jagdhütte und der Chef beschließt, trotz einiger Bedenken seiner Mitarbeiter, dass dies die richtige Hütte ist. Jetzt kann das Teamwochenende starten...zusammen mit unheimlichen Maskierten, die sich im Wald herumdrücken.
Kommentar: Wer "Shawn of the Dead" mochte, wird "Severance" mindestens ebenso gut finden. Er ist grusliger und blutiger und an einer Stelle sind mindestens vier der fünfköpfigen Kinotruppe heftigst zusammengezuckt. Severance ist eine Mischung aus Horror und Komödie...und zwar eine sehr gute. Man weiß nie, wann die nervenzerreißende Spannung von einer dämlichen Aktion oder einem blutigen Gemetzel beendet wird. Gerade das macht den Reiz aus. Zugleich ist es, wenn man es so sehen will (und ich will), teilweise ein Verriss von "Hostel". Ankucken für 2,50€.



4 Kommentare:

Annika hat gesagt…

Klingt ja nach einem sehr schönen Wochenende! Ich hatte früher die typische Kinderschnabeltasse-sie wurde von mir heiß und innig geliebt! Somit ist es für mich wohl ein Pflichtprogramm, mir mal in Karlsbad so eine Tasse zu besorgen. Sobald ich trinke, werde ich mich dann wahrscheinlich in ein sabberndes Kleinkind zurück verwandeln! AU JA! Allerdings werde ich lieber kein Guellenwasser in das Becherchen füllen!!!
Zu den Awards: Gute Idee, ich bin schonmal für die Kategorie "bestes Filmzitat beim Filmzitateraten" und natürlich muss Musik dazu: "bester und grottigster Hit 2006"! Ich überleg noch weiter...

Anonym hat gesagt…

Toll find ich auch die Nummerierung auf dem Hinweisschild mit dem Güllewasser.
g)
h)
ch)
i)

CH? Was soll das denn?

Annika hat gesagt…

Das gilt wohl nur für Schweizer! ;-)

Nadine hat gesagt…

Mensch, da hätten wir ja doch noch was trinken können. Hätten wir das Schild mal aufmerksamer durchgelesen.

Beitragende