Mittwoch, Januar 03, 2007

Zweimal gerutscht

Nachdem ich heile wieder in Deutschland und im neuen Jahr angekommen bin, folgen nun meine Erlebnisberichte. Der Aufbruch ins große Abenteuer erfolgte am 21.12.2006. Wagemutig bestiegen Sören und ich ein Flugzeug, um uns in ferne Lande zu begeben. Da es für Sören das erste Mal war, dass er sich von einem Zäpfchen mit Flügeln in luftige Höhen bringen ließ, gestand ich ihm großmutig den Fensterplatz zu. Zu seiner grenzenlosen Enttäuschung war es allerdings den ganzen Flug über stark bewölkt. Angekommen in der Metropole Hinterthal im Salzburger Land galt es keine Zeit zu verlieren – sofort wurden die Skier angeschnallt und los ging es zum steilsten Hügel (die Betonung liegt hierbei auf Hügel), den der Wallfahrtsort der Skifahrer zu bieten hat: dem Faschingslift. Hier entwickelte Sören erst ein Gefühl für die Bretter, die die Welt bedeuten, und dann vollzog sich sein zweites erstes Mal des Tages: Er rutschte mit den Skiern die Piste hinab. Schnell lernfähig und mutig wie er ist, blieb es dabei natürlich nicht. Schon am zweiten Tag wurde der Faschingslift bezwungen, am dritten wurde er langweilig und am vierten musste die erste rote Piste dran glauben. Auch wenn ein paar Stürze – die zum Glück alle harmlos waren – Sörens Skifahrerkarriere durchzogen haben, kann ich doch sagen, dass ich mir da einen sehr talentierten Bergbezwinger herangezogen habe. Am Tag der Abreise konnte er mit Stolz behaupten, beinahe alle blauen und roten Pisten unseres Skigebietes mit Bravour gemeistert zu haben! Also immer an Folgendes denken, dann klappt’s auch mit der WM: Gewicht nach vorne, ins Tal lehnen, kanten und mit den Beinen arbeiten!

Während wir unsere Tage auf den Pisten bei wenig aber ausreichend Schnee, strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ohn’ Unterlass genossen, rückte auch der Heilige Abend immer näher. Als er da war, feierten wir ihn. Zunächst brachten wir uns mit Glühwein in die richtige Stimmung und diskutierten dann eine Weile darüber, ob wir erst die Geschenke auspacken, dann essen und es uns dann gemütlich machen, oder ob wir revolutionärer Weise erst essen, dann die Geschenke auspacken und es uns dann gemütlich machen. Natürlich blieb alles beim Alten! Mit meinen erhaltenen Gaben bin ich äußerst zufrieden: Mir wird dieses Jahr der Lesestoff wohl nicht ausgehen und auch werd ich nicht verhungern oder erfrieren! Außerdem werde ich mir ab jetzt jeden Monat einmal „Walk the Line“ ansehen. Die von mir verschenkten Dinge haben denke ich auch viel Freude verbreitet.

Ein weiteres Highlight unseres Urlaubs war die Rodel-WM von der Grünegg Alm hinunter nach Dienten. Es traten in der gemischten Disziplin vier Einer- und zwei Zweierschlitten gegeneinander an. Die Strecke beginnt mit einer sehr scharfen Linkskurve, die unerfahrene Rodler durch eine Leitplanke dadurch schützt, in den Abgrund zu stürzen. Da Sören und ich leichte Abstimmungsprobleme hatten, legten wir unsere erste Pause direkt an dieser Leitplanke ein. Nachdem es uns nicht so recht gelang, den Schlitten wieder auf die Strecke zu bekommen und er sich bedenklich dem tödlichen Abgrund näherte, wurde mein Vertrauen in unser Team erschüttert. Dies führte dazu, dass meine Panik, als unser Schlitten sich einer Steilwand näherte, dazu führte, dass ich versuchte abzubremsen. Hierdurch schossen wir aber erst recht Richtung Steilwand, fuhren sie ein Stück hinauf und kippten dann um. In diesem Moment fuhr ein Lauthals über uns lachender Klaus an uns vorbei. Dies weckte natürlich unseren Ehrgeiz! Wir schmissen uns auf den Schlitten, nahmen ordentlich Fahrt auf und bretterten dem höhnischen Klaus hinterher. Als wir in einem Wahnsinnstempo erneut auf eine Steilwand – diesmal allerdings eine rein steinerne – zurasten, biss ich die Zähne zusammen und wir brachten den Rodel wieder auf die Spur. In der nächsten Linkskurve überholten wir Klaus innen und bretterten auf die erste Serpentine zu. Wir meisterten sie nach einem rechtzeitigen Bremsvorgang und schafften es auf der Geraden zur nächsten 180 Grad Kurve meine Eltern zu überholen, die ihre Poleposition bis dato halten konnten. Nach der nächsten Kurve verhinderten wir ihren Überholversuch, nahmen die letzte Kurve mit unschlagbarer Eleganz und wurden somit Rodelweltmeister!!!

Zurück in Lübben – leider war der Rückflug sogar mit noch mehr Wolken versehen – stand auch schon Silvester vor der Tür. Wir rutschten bei Spachtel und Nancy auf einer riesigen Alkohollache mehr oder weniger glücklich und gesund ins neue Jahr hinüber. Wie das mit netten Abenden so ist, vergehen sie wie im Fluge. Im Nachhinein kann ich sagen, dass das Essen hervorragend war, beim Bleigießen nur Fische und Phallussymbole herauskamen, Erdbeerlimes auch warm gut schmeckt und Grapefruitlikör besser schmeckt als er riecht, aber trotzdem nicht gut. Außerdem hat Api Sören und André mit einer bewundernswerten Ausdauer verarscht und erschreckt! Meinen Respekt für diese Leistung! Hast du eigentlich die ganze Zeit da hinter dem Tisch gelegen, oder hast du dich erst verkrümelt, als die beiden anrückten?

Auf dem Nachhauseweg sind wir zum Glück heile an der Polizeistation vorbeigekommen, obwohl Sören es nicht lassen konnte, die Bullen in ihren Zivilfahrzeugen anzupöbeln. Vor der Haustür trafen wir noch Yoko Ono und ihren Zuhälter, die uns sowohl mit ihrer als auch mit unserer Kamera fotografierten. Das Meisterwerk könnt ihr hier bewundern:



So, euch allen ein glückliches und erfolgreiches 2007! A.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

naja das nenne ich doch mal hervorrangend in alle möglichen sachen ...
1) der sören ist ein skiass
2) die annika zufrieden mit weihnachten
3) der sören ist geflogen
4) die annika fand silvester toll

ich meine da kann das jahr 2007 nur erfolgreich werden oder ?
allet jute im neuen jahr sach ich mal ....

stefan

.hejRon hat gesagt…

Liebe Annika,
auch dir, ein fulminantes 2007! Mit vielen schönen erlebnissen und viel Geld und so...

Öhm, schöner Text, den ich gerne wieder unter; "Mein schönstes Ferienerlebniss" einordnen mag.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
auf Wiederlesen.

Anonym hat gesagt…

gut ich verbessere mich! ist doch keine so ein blöder blog!
ist schön zu lesen wat ihr hier so schreibt!

gruß aus d-town!

Annika hat gesagt…

gut ich entschuldige mich. ich scheine kritik betrunken nicht so gut zu vertragen. aber lob geht runter wie wodka! :-D

Beitragende