Montag, Februar 05, 2007

Essen und was danach kommt

Zu Tisch bei... Annika


Resümierend, was mein Leben die letzten Tage maßgeblich geprägt hat, gelange ich zwangsläufig zu einem Genussmittel unserer globalisierten Gesellschaft: gutes Essen aus fernen Landen (zusammengebrutzelt in heimischen Küchen). Um euch das Wasser aus euren Mundwinkeln rinnen zu lassen, erlaube ich euch hiermit einen Blick auf meine Speisekarte. Am Mittwoch stellte ich mich an meinen kleinen, feinen Herd und braute mir mithilfe von Susis „Fix für japanische Suppen“ eine Misosuppe zusammen. Sie vereinigte in sich alles, was gut ist: Champignons, Möhrchen, Zuckerschoten, Zwiebeln, Knoblauch, Algen und Tofu (einigen von euch fließt wahrscheinlich gerade fast etwas anderes als geplant aus dem Mund...) Obwohl Yvonne feststellen musste, dass mein Gebräu nach „verrauchter Kneipe“ roch, befriedigte mein Mahl meine kulinarischen Ansprüche, besonders am nächsten Tag, als das Süppchen richtig gut durchgezogen war.

Der Freitag stand auch im Zeichen des zurzeit so beliebten fernöstlichen Landes: Es gab Sushi und dazu lud ich mir die Susi ein. Sushi und Susi also. Das war gut. Völlig dekadent hatte ich mir sogar extra Sushireis zugelegt, den ich getreulich nach dem Rezept meines neuen Sushi-Buches zubereitete. Dementsprechend war er wahrlich ein Genuss und es wurde mit Feuereifer begonnen, ihn mit Gurken, Zuckerschoten, Avocado, Surimi und Lachs auszufüllen (das war alles variabel kombinierbar!). Letztendlich ummantelt von einem Nori-Blatt, in Soja-Sauce gebadet und (in einigen Fällen) wasabisch verschärft gelangten die kleinen bunten Sushiröllchen am laufenden Stabe in unsere Münder und Mägen. Nachdem wir auch noch die Fisch und Gemüsereste mit etwas grünem Tee heruntergespült hatten, rollten wir uns nur noch genüsslich in den Sesseln.

Mit alten Traditionen brechend, wurde der Samstag zum italienischen Tag. Da ich in meinem Herzen aber doch an Traditionen hänge, lud ich mir wieder die Susi dazu ein. Diesmal schlemmten wir Zwiebelbrot mit Rosmarin- und Parmesandipp, drei Sorten Käse von einer Platte, Paprika mit Sour Cream sowie einen Rucola-Feigen-Salat mit Honig- Orangen-Dressing. Wer danach noch Hunger hatte, konnte noch Knoblauch-Kräuter-Chips in sich hineinschaufeln. Um wenigstens einen Stilbruch in diesen Tagen der kulinarischen Perfektion zu begehen, betörten wir unsere Sinne mit einem halbtrockenen Riesling.

Am Sonntag beschloss ich, wieder alleine zu dinieren. Als langsam aber deutlich perfektionierter Resteverwerter gab es bei mir gebratenen Lachs in einer Sahne-Meerrettichsenf-Sahnesauce an karamellisierten Möhren, Zuckerschoten und Champignons. Und dazu einen Bananen-Milchshake. Was soll ich sagen... das war toll!

Wie die Katze pinkeln lernte

Im Zuge einer schwärmerischen Harmonie mir bekannter Katzenbesitzer über ein „ach so tolles“ neues Katzenstreu beschloss ich, dieses Wunderwerk der Toilettenfüllungen selbst einmal auszuprobieren. Nun ja, eigentlich sollte es die Katze ausprobieren nicht ich, aber das Leben läuft nicht immer so, wie ich es gerne hätte. Fröhlich, als der letzte Rest vom blöden, ollen Klumpstreu fein zugeschissen war, entfernte ich die stinkenden Überreste der primitiven Pinkelzeit und war bereit in eine neue Ära des kultivierten Wasserlassens überzugehen. Während ich die innovativen Energie Kristalle, bestehend aus Kieselgel, Sauerstoff und Wasser, in die gründlich gereinigte Toilette füllte, fiel mein Blick auf die Rückseite der Verpackung. Und was bekam ich dort zu lesen: „Es ist sehr wichtig ihre Katze Schritt für Schritt an CatClin zu gewöhnen. In den ersten zwei Wochen sollten sie die Katzentoilette zur Hälfte mit CatClin und zur anderen Hälfte mit dem bisherigen Katzenstreu befüllen. Nach zwei Wochen wird ihre Katze zur Gänze CatClin akzeptieren.“ Ui! Wie zwei Wochen? Was machen die denn in der Zeit? Den Lebenslauf präsentieren und alberne Witze reißen, bis Thommy das Streu „akzeptiert“? Mein Blick fiel auf den Müllsack mit den Überresten der alten Zeit. Nein! Unmöglich. Na, meine Katze ist ja schnell lernfähig, der wird schon merken, dass das neue Streu den Urin sofort absorbiert, den Geruch bindet und die Bakterienbildung hemmt. Ich setzte mich also mit der Katze neben das Klo und zeigte ihm mit meinen Händen, dass man in dem neuen Streu auch ganz toll buddeln kann. Thommy ist sogar bereit mitzuspielen, steckt die Pfote ins Streu, zieht sie erschrocken wieder raus, schüttelt sich angeekelt und macht die Biege. Oh nein, was nun! Zugepinkelte Teppiche? Stundenlanges Gejaule bis ich ihn rauslasse? Ein Pinkelstreik, eine Demo mit "Her mit dem ollen Klumpstreu"-Plakaten?? Ganz Teil meiner Generation beschloss ich, einfach abzuwarten und die Dinge sich selbst regeln zu lassen. Wenn er dringend muss, wird er sich schon auf die Energiekieseldinger herablassen.

Am nächsten Morgen gehe ich gleich ins Bad... nein, noch keine charakteristischen Gelbverfärbungen sichtbar. Ich stecke mir die Zahnbürste in den Mund und Thommy kommt freudig mit seinem „oh – Frauchen putzt sich die Zähne, dann setzt ich mal so ´nen richtigen Stinker ins Klo-Blick“ herein. Aber es ist dieselbe Prozedur: Pfote rein – Pfote raus – schütteln – Abgang Katze. Mmh, wird schon. An meinem Schreibtisch sitzend höre ich wenig später das erhoffte Knirschen der biologisch abbaubaren Kiesel! „Sieg“, denk ich mir. „Pustekuchen“, sagt Thommy. Das Knirschen ist schneller vorbei, als es angefangen hat. Wenig später noch einmal dasselbe. Nachschauend ob er jetzt doch auf seinem Fäkalien-Thron hockt, gehe ich Richtung Bad. Doch schon vom Flur aus entdecke ich ihn. Er sitzt auf dem Wohnzimmerteppich und macht den beleidigten Truthahn. So ein Mist, er muss wirklich mal, geht aber nicht! Langsam doch besorgt um meinen Perser (Teppich), locke ich ihn mit Leckerlies Richtung Klo. Mit einer unglaublichen Geschicktheit balanciert er auf dem Rand der Toilette entlang, um sich seine Leckerbissen zu erhaschen, keine Pfote auf das Superstreu setzend. Ich setzte ihn in das Klo, er frisst und macht sich wieder vom Acker. Das wird nichts, denke ich. Ein letzter Versuch: Tiere lernen doch so viel vom abgucken... Jetzt kommt nicht das, was ihr denkt! Das wäre mein allerletzte verzweifelte Maßnahme gewesen! ;-) Ich nehme eine handvoll Wasser und lasse es in das Klo laufen. Es wird von den Superkristallen sofort absorbiert und ich verschabe mit meiner Hand die benutzte Stelle. Das erweckt Thommys Interesse! Er schnuppert aufgeregt an der nassen, beziehungsweise natürlich längst schon getrockneten Stelle, steigt in das Klo, buddelt sich eine Mulde, ruckelt den Hintern zurecht und lässt eine wahren Sturzbach in die nach Wasser lechzenden Kiesel fließen! Mir fallen große Kieselsteine vom Herzen! Die Katze hat gelernt, in Energie Kristalle zu pinkeln! Das Verhältnis der beiden scheint gefestigt. Mal gucken, wie es weitergeht! A.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich schreib ja sonstz selten sinnvolles in eurer gb, aber diesmal _best post ever_!

ich kann nich mehr vor lachen!

wir wussten doch alle, dass tommy es drauf hat ;)

.hejRon hat gesagt…

dem kann ich meinem Vorschreiber nur anschließen!!! Sehr sehr unterhaltsam! Wunderbar!! Wären wir hier im Theater würde ich "Bravo! Bravo! Bravo!" rufen!!!

Und er Feigen-Ruccola Salat kenn ich. Das ist ein Rezept von dem meinerseits sehr geschätzen Jamie Oliver! Und ich habe jetzt totalen Hunger!!!

Annika hat gesagt…

Der Feigen-Rucola-Salat ist eigentlich ein Rezept für Parmaschinken aus meinem Italia-Kochbuch, von mir in eine vegetarische Version abgewandelt. Aber so gut wie er schmeckt, glaube ich gerne, dass auch Jamie schon auf den Trichter gekommen ist! Fragt sich, wer bei wem abgeschrieben hat... :-)

Nadine hat gesagt…

Ich kann Christian und Ron nur zustimmen, super Story mit der Tommy-Katze. Bitte heb den Post irgendwie auf, vielleicht erschaffen wir ja eine Kategorie "Best Post of the year" für die Awards.

Anonym hat gesagt…

*gähn*

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