Wer hätte gedacht, dass es so schwierig ist in Berlin eine vernünftige und bezahlbare Wohnung zu finden? Nachdem die Wohnungssuche in Rostock vor nunmehr fünf Jahren so schnell und reibungslos vonstatten ging, hätte ich wahrlich nicht geglaubt, dass es sich hier nun ganz anders darstellt. Vielleicht liegt es ja daran, dass meine Ansprüche seither doch deutlich zugenommen haben, aber kann das denn alles sein???
Leider kann ich euch zu den folgenden Beschreibungen keine Fotos präsentieren, weil ich das Kabel für die Kamera nicht dabei habe und deshalb die Dinger nicht auf den PC laden kann...
Angefangen hat das Dilemma am Samstag in der Landsberger Allee. Der Treffpunkt sollte vor der Haustür im Innenhofbereich des Hauses stattfinden. Als nun mein zukünftiger Mitbewohner und ich dort auf den Herrn warteten, fiel uns auf, dass ziemlich viele seltsam aussehende Jugendliche im Haus ein und aus gingen. Nun überlegten wir natürlich, was dieses zu bedeuten habe. Ein Blick auf das Klingelschild verriet uns, dass sich in der zweiten Etage eine Auffangstation für Kinder und Jugendliche befindet. Wollen wir damit wirklich etwas zu tun haben? Ich denke nicht. Aber auch die Wohnung an sich, verhieß nichts gutes. Zwei große Zimmer zur Straße und ein Minikleines nach hinten. Aber damit nicht genug. Am meisten abgeschreckt hat uns schließlich doch die fensterlose Küche. Das kann Susi vielleicht nachvollziehen. Also beschlossen wir, dieser Wohnung keine weitere Chance zu geben und ließen den Typen einfach stehen.
Die nächste Wohnung schien erst einigermaßen in Ordnung zu sein. Das Haus sah langweilig aus, aber besser als ranzig. Der Hauswart war ein typischer Berliner mit Jogginghose und Gürteltsasche sowie Goldzähnen im Mund. Der hat uns gleich so zugetextet, dass wir gar nicht anders konnten, als diesen Kauz lustig zu finden. Und schon ging auch die Tour durch das Treppenhaus zur Wohnung los. Im Erdgeschoss stieg mir unverzüglich ein beißender Geruch in die Nase, der mich zum Würgen brachte. Der nette Berliner mit Gürteltasche klärte uns auch sofort auf, dass es sich bei dem Geruch um den aus einer Schlachterei handele, die sich hier im Erdgeschoss befinde, aber ganz sicher noch dieses Jahr ausziehe. JA klar, ganz bestimmt ;) Glaub ich doch sofort! Auch diese Wohnung war nicht wirkich besser als die erste. Das Bad sah zwar oberflächlich recht chic aus, aber bei genauerem Hinsehen, hätte man wohl doch erst mehrere Tage schrubben müssen, bis ich mich getraut hätte dort auf die Toilette zu gehen. Auch die Wasserzähler mitten im Flur, machten keinen guten Eindruck. Die nächste bitte!
Kommen wir nun zu einem Prachtstück der Wohnungssuche in Berlin. Die Wohnung befindet sich im Gartenhaus der Cotheniusstraße in Friedrichshain und war und ist mit Abstand die beste, die wir bislang gesehen haben. Toller Grundriss und tolle Lage, ein schönes Haus und eine sehr schöne Straße. Die wollen wir! Doch leider will uns die nette Dame der Hausverwaltung scheinbar nicht da haben. Denn diese versprach uns, uns am nächsten Tag die nötigen Unterlagen, die es auzufüllen gibt zuzuschicken, doch das hat sie nicht gemacht. Nun steigt in uns natürlich die Befürchtung, dass andere Interessenten schneller waren als wir. Das wäre sooo traurig :(
So konnten wir auch nicht anders und haben uns natürlich auch noch andere Wohnungen angesehen. Eine davon befindet sich in der Friedenstraße. Die Straße und das Haus gefielen mir überhaupt nicht und auch die Nachbarn schienen nicht besonders freundlich zu sein. Die Wohnung an sich war ganz gut, aber leider mit einem Durchlauferhitzer für Warmwasser, der mit dem Strom verrechnet wird. Das hätte dann etwa 100 Euronen im Monat zusätzlich gemacht. Nein Danke!
Die nächste Wohnung hat mich recht schnell umgehauen. In einem wunderschönen Haus gelegen und mit einer tollen Raumaufteilung. Doch leider ist diese Wohnung nicht nur sehr schön und sehr groß, sondern auch etwas zu teuer und relativ laut an der Bornholmer Straße gelegen. Tja, schade!
Eine weitere Wohnung überzeugte mich ebenfalls durch den tollen Schnitt. Außerdem ist hier eine komplette und extrem schöne Einbauküche inklusive. Außer mir, interessierten sich noch ein weiteres Mädel und ein total niedliches, schwules Pärchen für die Wohnung. Während die Dame den Hausverwaltungsheini mit Fragen bombadierte, konnte ich ungestört meine Fotos für den nicht anwesenden zukünftigen Mitbewohner machen. Doch was muss ich dabei mit erschrecken feststellen? Direkt unter dem Balkon befinden sich die Mülltonnen des Hauses. Stink!!! Wie soll das dann erst im Sommer werden? Also auch durchgefallen.
Leider muss ich morgen wieder nach Rostock zurück und so muss ich die Wohnungssuche nun vertrauensvoll in Stefans Hände geben. Aber ich denke, er wird das schon richten :) Y.
2 Kommentare:
Oh man, das macht Hoffnung! ;-) Aber immerhin waren ein paar Wohnungen dabei, die euch gefallen haben. Dann fehlt ja nur noch das Quäntchen Glück, dass auch ihr gefallt! Ich würd euch sofort nehmen! So eine nette, junge Wohngemeinschaft!!!
Liebe Nadine! Ich habe gerade gesehen, dass dein Text vom 31.01. (ich bin Businesskasper) lediglich ein Entwurf ist! Veröffentliche den doch mal!
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