Donnerstag, Oktober 18, 2007

Der Blick von außen...

Irgendjemand hat einmal gesagt: „Die Verwaltung darf man nicht unter die Lupe nehmen, weil sie sonst immer größer wird.“ In diesem Sinne hat die Welt der Verwaltung viele Abenteuer zu bieten. Vor einer Expedition in diese exotische Gefilde wäre allerdings ein kleiner Sprachkurs sinnvoll, denn die Bewohner sprechen einen Dialekt in dem es vor „falschen Freunden“ nur so wimmelt.
Dem Neuling stellen sich da schon einige Fragen.



Hier ein Beispiel:



Was ist ein Vermerk?


A.) ein kleiner, gelber Notizklebezettel auf einem Hefter/Ordner, worauf steht: „Du weißt schon!“


B.) ein anderes Wort für „Etwas hinter die Ohren schreiben“.


C.) eine finnische Delikatesse


D.) neuer und beliebter Hundename


Als Neuankömmling in dieser Welt könnte man vorsichtig zur Antwort A.) tendieren und dann verwundert feststellen, dass niemand gern Vermerke schreibt. So schwer kann das doch nicht sein... .

Bei einer beiläufigen Nachfrage in der Mittagspause erhält die Verwaltungserforscherin einen 5-minütigen, Augen öffnenden Vortrag. Dazu gibt es noch Hinweise auf zwei verschiedene, natürlich hochinteressante, dicke Nachschlagewerke mit weiteren Ausführungen.

Der „Vermerk“ ist also keineswegs eine Mücke aus der ein Elefant gemacht wird, sondern vielmehr ein Elefant der sich als Mücke verkleidet hat.


Oder noch schlimmer: ein Wolf im Schafspelz!


Da ist die Erforscherin der exotischen Verwaltungsgefilde noch einmal heil davongekommen und auch froh nicht ständig Vermerke schreiben zu müssen.


Doch der Weg ist noch lang und es gibt immer neue Fragen wie zum Beispiel:



Was ist ein Bescheid?


A.) eine bescheidene Person


B.) ein kurzer Vermerk


C.) ein langer Vermerk


D.) ...



- Ende -



Auflösung: 1.: Protokollähnliches Festhalten von Ereignissen, Gesprächen, Ergänzungen der Akten eines Vorgangs oder: Darstellung eines Sachverhaltes


d.h. wenn meine chefin einen vermerk über die urkunden für den schülerwettbewerb schreibt, steht da nicht nur drin, dass wir welche machen, sondern wieviele, welcher aufdruck, warum...


und dann gibt es verschiedene kürzel z.k. - zur kenntnisnahme, dienstweg - dann geht das durch alle etappen und selbst wenn es nur für den präsidenten ist, muss das erst über diverse andere abteilungen


mindestens einen vermerk haben wir gespart, als der landtagspräsident rein zufällig bei uns am mittagstisch saß ;0)



Auflösung: 2.: ein Bescheid ist die Zusammenfassung eines oder mehrerer Verwaltungsakte... einschließlich ggf. der Begründung und Belehrung in einem Schriftstück, das dem Adressaten bekanntzugeben ist.


sowas gibts bei uns in der öffentlichkeitsarbeit nicht....



UND NOCH EINS habe heute meine erste "Kenntnisnahme" unterzeichnet, das ist ein vermerk der den gesamten dienstweg nimmt und von JEDEM unterschrieben werden muss. da ging es um eine art mahnung eines ministeriums an den betreiber einer website, die das brandenburger landeswappen benutzt und dabei um spenden wirbt oder so... habs nicht richtig durchgelesen... aber unterschrieben hab ich!!!



bisbald
:0)

2 Kommentare:

Nadine hat gesagt…

Ja, super. Ich stelle hiermit also meine Kenntnissnahme fest und vermerke, dass ich deinen Eintrag - in alller Bescheidenheit- sehr lehrreich fand. ;-)
P.S.: Danke fürs Feuerzeug, wär' gar nicht nötig gewesen. Aber wahrscheinlich darfst du als Staatsangestellte keine Werbegeschenke annehmen...

Anonym hat gesagt…

:o)

Beitragende