Sonntag, Oktober 21, 2007

Drei kleine Pfadtrinker

Da ich ja nun leider nicht die Quizauswertung vornehmen kann, mich allerdings dringendst vor dem Berg Arbeit drücken möchte, der sich vor mir auftürmt, werde ich an dieser Stelle endlich einmal die Zusammenfassung der Berliner Kneipentour vornehmen!



Der 22. September war DER Tag, derjenige, den wir nach wochenlanger Mühe als das Datum auserkoren hatten, an dem wenigsten ein Teil unserer Riege Zeit füreinander hat. Der wunderbare Plan entstand, uns einen Pfad anhand von Kneipen mitten durch das pulsierende Herz Berlins zu trinken. Freitag Abend wollten noch sechs tapfere Jägermeister den Kampf mit dem Alkohol aufnehmen. Am Samstagmorgen musste dann Susi wegen Krankheit absagen, daraufhin sprang Sören auch ab, und am Ende fand auch Bennet nicht seinen Weg zu uns. Und da waren’s nur noch drei, was sie aber auch nicht davon abhielt, ihren Plan in die Tat umzusetzen.











Wir starteten Pappelalle Ecke Schönhäuser Allee (ich hoffe, dass es richtig). Nach ca. 50 Metern stolperten wir auch gleich in die erste Kneipe. Diese hatte entweder einen komischen Namen, gar keinen oder sie hieß einfach nur Café Kneipe. Ihr dürft es euch aussuchen. Drinnen sah es aus wie in Omas Puppenstube: Alte grüne Sofas, Blümchenstoffe, Schirmlampen, kitschige Tapeten – ich fand es urst gemütlich. Stefan und Yvonne eröffneten den Abend mit einem Dunkelbier, das einen der drei möglichen Namen des Etablissements trug. Ich glaube, die Meinungen über den Geschmack gingen auseinander. Ich trank ein Gemisch aus Wein, Prosecco und Zitronensaft, was sich als sehr lecker und erfrischend herausstellte.











Weitere 50 Meter weiter stießen wir auf die nächste Kneipe. Sie war irgendwie cool und szenig, mit Stühlen, die eindeutig nach dem optischen Erscheinen und nicht nach Sitzkomfort ausgewählt wurden. Da wir das alles eher suboptimal fanden, entschieden wir uns, nur einen kurzen B’52 zu kippen und auf die andere Straßenseite in die nächste Kneipe zu wechseln.











Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Das entspricht Kneipe Nummer drei aber besser als man denkt. Das Licht war dunkel (kann Licht dunkel sein?), die Leute waren dunkel und die Musik auch. Alles in allem eine ansprechende Lokalität. Stefan blieb in dieser Kneipe beim Bier, Yvonne wechselte, wenn ich mich recht erinnere, mit mir zum Wein.











Mal wieder waren es nur ein paar Schritte, bis wir zur nächsten Lokalität gelangten. Diesmal ließ das Schild „Happy Hour für alle Cocktails“ unsere Herzen im Gleichtakt höher schlagen. Wir wählten also alle unsere Cocktails, in Hinblick auf die genaue Wahl bin ich wirklich überfragt, und schlürften sie. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass sie alle sehr lecker waren. Meiner im besonderen, und er machte mich auch besonders betrunken.











Zwei Leute gingen und eine stolperte also aus Kneipe Nummer vier in die nächste Cocktailbar hinein. Hier auch mal ein Foto als Beweis, dass ich auch mit war. Yvonne und ich verdrückten einen Teller Käse mit Nachos – köstlich – und wir alle schlürften einen weiteren Cocktail, der mich vollständig aus den Latschen kippen ließ! Eigentlich wollte ich die Tour an dieser Stelle beenden, allerdings überredeten mich meine beiden Mitpfadtrinker, noch eine Kneipe weiter zu ziehen – zum Glück!











Unsere Endstation war ein Kuriosum vom Feinsten! Ein Kollektivbetrieb, der rassistisches und hetero(!)- diskriminierendes Verhalten untersagte, und auf dessen Klos man Aufrufe fand, Nazi-Läden auszuräuchern! Die Einrichtung war interessant, die Leute auch, genau wie die Speisekarte, die Plakate und Flyer – eigentlich alles! Ich schlürfte zu diesen ganzen neuen linkesten Eindrücken mein exportiertes Cidre, Stefan und Yvonne tranken auch irgendwas. Ich erinnere mich dunkel an Whisky-Cola??





Geschätzte 400 Meter Luftlinie, diverse Stunden, Euros und Kneipen später machten wir uns auf den Heimweg, froh, endlich einmal einen kleinen Teil Berlins genauestens erforscht zu haben!



Den Sonntag darauf belebten wir die alten WG-Zeiten wieder, frühstückten zusammen, versuchten – vergebens – zweimal den einen Ring zu vernichten, gingen im Volkspark Friedrichshain spazieren und schleckten ein Eis. Nach leckeren Kartoffeln mit Quark musste ich mich dann leider auf den Heimweg machen. Ich hoffe, wir wiederholen das bald einmal, vielleicht auch mit mehr Pfadtrinkern (obwohl ihr zwei Süßen mir völlig ausgereicht habt!)





Hier auch schon einmal ein Aufruf: Am 22. November öffnet der Rostocker Weihnachtsmarkt wieder seine Pforten! Ich würde mich sehr freuen, wenn wir es schaffen, uns an einem Wochenende zum traditionellen Glühweinsaufen in der Hansestadt zu treffen!!! A.

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