Mittwoch, August 12, 2009

Sail away!


***Edit***
Auf Wunsch eines einzelnen Christians noch ein paar mehr Worte zur Sail, um meinen üblichen Standard zu erfüllen (ich glaube etwa 5000 Zeichen).
Nun denn, wenn man in einem größeren Team arbeitet, lernt man ja viel über den Menschen an sich. Über den jungen Menschen und den alten, und das soziale Miteinander. Probleme des Alters sind wohl Starrsinn, Selbstüberschätzung und Unflexibilität. Da sind sie wieder - meine drei Probleme. In den letzten Jahren war ein ehemaliger Uni-Dozent mit im Presseteam, der für die Schlussredaktion verantwortlich war. Germanistik, wie man sich denken kann. Nun sollte er auch in diesem Jahr - eher wollte als sollte - seines Amtes walten. Gleich am ersten Tag waren die 5 zu kontrollierenden Seiten mit roten Anmerkungen, Strichen, Pfeilen und Sternchen übersäht. "Hier sollte man umstellen, so kann man das doch nicht schreiben, hier noch ein bisschen weg, das noch ein wenig kürzer" - ic am mir vor wie beim Friseur. Das meiste habe ich angenommen, wenige Änderungen verweigert. Über jede Nicht-Änderung hat er Tage - und das in Lautstärke eines Schifftyphons - diskutiert. Das war anstrengend und langwierig. Ich entschied mich daher zu einem wagemutigen Schritt.
Ich kleines, naseweißes, grün-hinter-den-Ohren-seiendes, blutjunges Mädchen fragte ihn, ob es für ihn in Ordnung ginge, wenn mein Kollege und ich alleine läsen - um Zeit zu sparen. "Geht klar, kein Problem", sagte er.
Die Zettel die er mir Stunden später auf den Tisch knallt sind noch warm vom Kopierer. "So geht das nicht", brüllt er, "es muss gründlicher Korrektur gelesen werden." Sein kleiner Kopf, der sich mit meinem auf einer Höhe befindet, schwillt rot an. "Was für Fehler sind denn drin?", frage ich. "Da, ein Buchstabendreher." "Oh ja", sage ich. "Das ist wirklich doof." "Und hier, dieser Satz. So geht das gar nicht. Da steht das Oppussum vor dem Nobile, dabei ist das doch ein Florentiner Wiener Schwiner." "Find ich nicht so schlimm." Sage ich. Ihm tritt der Schweiß auf die Stirn. "Wir tragen hier eine Verantwortung", brüllt er." Ich erkläre ihm, dass dat Ding nur 150 Mal gedruckt wurde, unsere Verantwortung der deutschen Sprache gegenüber sich also in Grenzen hält. Er aber redet weiter, gestikuliert, schwitzt, wird eine wahre Groteske seiner selbst. Da drehe ich mich um, und arbeite weiter. Und er explodiert. Kleine menschliche Hirnfetzen, gefüllt mit Buchstabensalat, bedecken meine Tastatur.
So ein Ende hättet ihr wohl gerne. Nein, des lieben Friedens willen und als Jüngere und damit auch Flexiblere, Einsichtigere mit einer gesunden Selbsteinschätzung habe ich ihn in Amt und Würden zurückgeholt. Bevor das neue Ding in Druck ging, habe ich noch einmal rübergeschaut. Es strotzte nur so vor Fehler. Gleich auf der ersten Seite fehlte ein Wort, und ein Satz wurde auf zwei Weisen zu Ende geführt. In Gedanken stand ich auf, ging zu ihm und knallte ihm die Blätter auf den Tisch. "SO GEHT DAS NICHT!" Doch ich habe still korrigiert, meine Kollegin gebeten, die Korrekturen fix einzuarbeiten, und habe innerlich triumphiert. Es lebe die Jugend!

(Ich hoffe, der Blog kann wirklich nicht gegoogelt werden! ;-)

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Die Hanse Sail ist geschafft! Leute, ich kann euch sagen, ich bin echt froh! Es ging alles glatt, das Wetter war super, die Journalisten zufrieden, der Chef auch. Unsere neuen Projekte liefen gut: das Presse-Frühstück, aktuelle und schnelle Pressemitteilungen sowie Internetaktualisierungen. Und auch die alten Sachen liefen: Presseboot, Akkreditierungen, Texte schreiben usw. Rückblickend war die Vorbereitungszeit fast stressiger als die Sail-Woche selbst. Wahrscheinlich dank der guten Vorbereitung. Am Montag war ich aber so fertig, dass ich um 16.00 Uhr hätte einschlafen können. Hab mich aber mit Mühe bis 21.30 Uhr wachgehalten.

Einzig ein Schatten lag über der Veranstaltung: Freitag-Nacht ist ein Mann in die Warnow gefallen und erst am nächsten Morgen tot geborgen worden. Rein beruflich kann ich sagen: Zum Glück wurde es in den Medien nicht so aufgebauscht, wie ich befürchtet hatte. Generell ist es natürlich einfach ein furchtbares Unglück.

Und zum Schluss der Werbeblock: Für ein paar Hanse Sail Impressionen schaut doch mal auf unsere Internetseite www.hansesail.com

3 Kommentare:

star hat gesagt…

jaaaa so will ich deine eintraege lesen, dein einzelner treuer christian ist somit zufieden gestellt :)


zum andenken an deinen presseteam kontrolleur hab auch alles ausnahmslos kleingeschrieben!

na der wird sich aergern...



und den interpreten des liedes, welches ich schon wieder vergessen habe, kenn ich gar nicht - so kanns manchmal gehen

Die Schlaue hat gesagt…

Dein ist mein ganzes Herz

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Rudolf_Kunze

Lies und bilde dich! ;-)

susi hat gesagt…

:o)

Beitragende