Mittwoch, September 20, 2006

„Ich will zurück nach Schlemmerland“ – Fressurlaub auf sylT

Lieber spät als nie. ein reisebericht.
anfahrt:
5.39 uhr ab dem lübbener bahnhof. umstieg in königs wusterhausen. in der s-bahn sitzen zwei studentisch jung aussehende leute, deren unterhaltung man entnehmen konnte, dass sie gerade von einer party kamen und jetzt nach berlin nach hause fahren. ist kw jetzt der neue partygeheimtipp?
ab südkreuz hatten wir dann den zug voll mit union-fans die mit alkoholischer begeisterung nach hamburg zum st.pauli-spiel fuhren. in schwerin entschieden wir uns, lieber einen zug später nach hamburg zu nehmen. die geschwindigkeit wie die da alle betrunkener wurden, war schon unheimlich. ich frage mich ob die sich am abend zu hause dann noch an irgendwas außer der zugfahrt nach hamburg erinnern konnten… so durfte ich allerdings auch endlich mal einen (wenn auch kurzen) blick auf das schweriner schloss werfen.
insgesamt waren wir fast 12 stunden unterwegs. dann wurden erst mal vorräte eingekauft und mit dem pokerturnier begonnen. der gewinner darf sich von den verlierern ein fischbrötchen bezahlen lassen.

die woche:
jeden morgen gab es ein ausgiebiges frühstück, bei dem sich herausstellte, dass eier-kochen tatsächlich eine wissenschaft ist. den rest der zeit wurde im prinzip nur die ganze zeit über leckere, fischige sachen gegessen. sour ceme-kartoffeln mit lachs, backfisch mit bratkartoffeln, fischbrötchen, calamaris, gebratene garnelen, muscheltopf… der höhepunkt war vermutlich christians „sea food platte“ auf der es auch hummer und eine auster gab. dank der bewanderten liv erfuhren wir sogar, wie man das zeug essen kann. (bei einem späteren gespräch mit christian meinte er zur auster: er fand es schade, dass er das kochwasser (!) mitschlürfen musste. (er wollte nur den ekligen schlaber drin „geniessen“) ich denke aber, auch wenn er gewusst hätte, dass das stück roh ist, hätte er es probiert. ich fands gruselig, aber umso leckerer war der hummer.

unternehmungen:
wir haben eine fahrradtour über die insel gemacht, waren im meer baden (manche mehr, manche weniger), haben den „ligusterweg“ gefunden, waren im aquarium und haben für den übel teuren eintritt von 9 euro (mit studentenausweis) eine ermäßigung auf minigolf nebenan bekommen. für den fast gleichen preis waren wir in dem schwimmbad „sylter welle“, wo wir auf der rutsche ein schlechtes vorbild für alle kinder waren und gemütlich im warmen, am panoramafenster sitzend das dunkelgraue meer beobachten konnten. überhaupt war das wetter eher grau und windig. ich glaube es gab nur zweimal richtig sonnenschein…
einen abend waren wir im „cave in“ (ehemals „rock island“), weil eintritt frei und karaoke war. nachdem uns mädchen einer klassenfahrt greenday mit „basket case“ geklaut hatten, sangen annika, liv und ich zusammen: nirvana „smells like teen spirit“ und viel später natalie imbruglia „torn“. ich allein sang, mittlerweile total betrunken mal wieder von oasis „songbird“. annika gab mit mir (als papagei/echo im hintergrund) von den libertines „what becomes of the likely lads?“ zum besten. ich schaffte es nach dem oasis desaster noch die dj-typen dazu zu überreden mich noch einmal singen zu lassen. the who mit „my generation“ war dann der grund, warum ich dann doch ganz zufrieden mit meiner sangesleistung vom abend wurde. sören traute sich auch allein zu singen: „jenseits von eden“ und von the clash „should i stay or should i go?“ gegen ende machten die leute von der disko mehr so für sich noch party. metallica und blink 182 wurden gesungen. den guten christian konnte man zwar nicht dazu bringen ein mikro anzufassen, aber immerhin mal zeigen, dass karaoke nicht ganz so schrecklich ist. ich hoffe ich habe nichts vergessen. aber wie ihr schon gesehen habt, die musikauswahl dort war echt klasse.
von sonntag bis sonntag ging der aufenthalt auf der insel, zu der ich nun am ende noch zwei schöne zitate bringen möchte:

Aus dem „Sylt-Amrum-Föhr-Halligen“ Baedecker Allianz Reiseführer
S.72 „Thomas Mann indessen war 1927 mit Frau Katja und drei Kindern ins Kliffende gekommen. In seiner Ansichtskarte an seinen Bruder Heinrich schreibt er: „Viele Grüße von Meer zu Meer! Die Reize dieser Insel sind keusch und karg und lenken den Sinn auf Grog…“


S.91 über Westerland „Als Stadt mit Bahnhof, Zentrum, Appartmentblöcken, Einfamilienhaussiedlungen an den Rändern und stellenweise ein wenig Vorortstristesse stellt Westerland im Prinzip genau das dar, was die meisten Feriengäste liebend gern zu Hause lassen.“

Die Ergebnisse des Sylter Pokerturniers/ Fischbrötchencup:
Sören Brandte Susi Annika Liv

1. 1 3 2 0 0
2. 2 3 0 1 0
3. 0 3 2 1 0
4. 0 3 1 2 0
5. 1 0 2 3 0
6. 1 0 2 3 0
7. 2 1 0 3 0
-------------------------ab diesem tag war dann liv dabei---------------------------------------------
8. 1 2 3 0 4
9. 0 2 3 4 1
10. 4 0 2 3 1
11. 1 2 3 4 0
12. 0 2 1 4 3
13. 1 0 3 2 4
14. 4 2 1 3 0
15. 1 4 0 3 2
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
19 27 25 36 15

Die gloriose siegerin des fischbrötchens (oder einer vegetarischen leckerei in der preisklasse eines sylter fischbrötchens) ist: annika.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na da habt ihr ja eine Menge erlebt .. und ich muss sagen das ich ein bischen neidisch bin auf eure Pokerrunde. naja mehr auf das fischbrötchen, aber man muss halt für seine ernährung auch was tun.

danke das wars

stefan

.hejRon hat gesagt…

in der "sylter welle" habe ich auch schon gebadet... sowie meine beine ins meer gehalten, um kneip-bäder zu machen...

sehr schöner reisebericht!!

und die zitate am ende - wunderbar!!!

Nadine hat gesagt…

Gratulation zu einem offensichtlich gelungenem Urlaub. Gratulation auch an die ungeschlagene Pokerkönigin. Dein Seetang-Brötchen haste dir verdient.

Beitragende