Dienstag, September 19, 2006

Spreewälder Nächte sind lang...

Alles begann an einem goldenen Nachmittag im September, als sich einige junge Menschen aufmachten, dem berühmten Lübbener Spreewaldfest beizuwohnen. Als sie sich fröhlich auf dem Brömmschen Balkon zusammenfanden, um sich auf das große Ereignis einzustimmen, wussten sie nicht, was sie alles erwarten würde...



Den würdigen Anfang machte die erste Mannschaft von Grün-Weiß Lübben mit einem verdienten 3:2 Sieg. Damit ich dieses Spiel sehe und unsere Mannschaft unterstütze, hat mir der Kassierer netter Weise drei Euro gezahlt. Er hat mir nämlich das Rückgeld in die Hand gedrückt, bevor ich die Chance hatte, ihm überhaupt Geld zu geben. Nach dem Spiel machte sich unsere nun schon leicht alkoholisierte Meute auf den Weg zum Grün-Weiß Stand, der mal wieder den Mittelpunkt unseres Wochenendes bilden sollte. Unser direkter Nachbar war der Stand von „Pronto-Pizza“, der unsere Nasen ständig mit dem Geruch leckerer Pizza füllte – und deshalb auch gut an uns verdient hat. Später spielte dann eine Band, die angefangen von Schlager bis hin zu Metal wahrlich ein breites Musikspektrum abdeckte. Wenn die Qualität auch zu wünschen übrig ließ (besonders bei Metallica, Green Day und Oasis Covern), reichte es doch aus, meine Beine stetig in Bewegung zu halten. Auf einmal war es dann auch schon vier und ich lag endlich in meinem Bettchen.

Der Samstag startete (beinahe) pünktlich um 10 Uhr am Bierstand. Ein besonderes Highlight für mich war, dass ein Star sich auf dem Spreewaldfest blicken ließ: Pete Doherty verbrachte den ganzen Tag mit uns am Grün-Weiß Stand und hat Sonntag dort sogar ausgeschenkt!!! Überrascht hat mich auch, dass sogar Bernhard Brink ihn erkannt und von der Bühne aus gegrüßt hat.

Bei der Suche nach mal etwas anderes zu essen als Pizza bot sich für Sören die Gelegenheit, seine künstlerische Ader auszuleben. An einem Stand durfte er unter der Anleitung einer (nebenbei bemerkt gar nicht so unattraktiven) jungen Frau sein Glück an der Töpferscheibe versuchen – ich sag mal „Ghost“ mit Rollentausch! Das dabei entstandene Kunstwerk mit dem Namen „Sören“ war ein atemberaubendes Ding und hat den ganzen Samstag mit uns am Bierstand rumgehangen. Nach dieser Aktion sind Susi, Wenke, Pete Doherty und ich auf den Rummel gegangen und haben dort geschossen. Wenn man euch erzählen will, die Sterne seien einfacher zu schießen als die Pyramiden, GLAUBT ES NICHT! Es ist eine unverschämte Lüge. Fazit: 20 Schuss, davon 7 auf Sterne und 13 auf Pyramiden. Mit Sternen geholte Punkte: 0! Durch abgeschossene Pyramiden eingeheimste Punkte: 6! Nach diesem aufregenden Erlebnis mussten wir unseren Adrenalin-Spiegel aufrecht erhalten und sind deswegen eine Runde Autoscooter gefahren. Bei uns allen war es das erste Mal seit ewigen Zeiten und es hat richtig Spaß gemacht – besonders unser Frontalzusammenstoß!

Highlight des abends war die Döner Wette. Peter hat mit Baby gewettet, dass er es schafft, VIER Döner hintereinander zu verdrücken. Ausgerüstet mit einer Flasche Wasser, 2 Stunden Bier Abstinenz und einem pöbelnden Mob, der ihn anfeuerte, machte sich Peter ans Werk. Die ersten beiden Döner hat er einfach eingeatmet, so schnell konnt ich gar nicht gucken. Nach der Hälfte des dritten Döners machten sich die ersten leichten Sättigungserscheinungen bemerkbar. Trotzdem waren alle drei Döner in der selben Zeit vertilgt, die ich für einen brauche (wenn ich ihn überhaupt schaffe!). Als letztes allerdings hat sich jemand anscheinend vorgenommen, Peters Wette zu sabotieren, und ihm einen Big Döner bestellt. Ein solches Riesending in den Händen zu halten, war psychologisch natürlich sehr unvorteilhaft, und unter anderem deswegen hat Peter, nachdem er sich die Hälfte noch reingewürgt hat, aufgegeben. Obwohl es eigentlich ganz schön eklig war und es auch keine bewundernswerte Sache ist, dreieinhalb Döner zu essen, muss ich sagen, dass es mich doch ganz schön beeindruckt hat!

Der Sonntag vereinte gleich morgens die besten Zapfer der Stadt am Grün-Weiß Stand: Sören, Andre und Peter haben für uns die Hebel in Bewegung gesetzt. Da unsere Beine – besonders die Füße – von den 17 Stunden stehen am Vortag so sehr schmerzten, waren wir so schlau, uns diesmal Campingstühle mitzunehmen. So konnten wir das kühle Bier, beziehungsweise Radler, im Sitzen durch unsere Kehlen fließen lassen. Das war wirklich seeeehr angenehm! Mittags haben Susi, Wenke und ich den legendären und bei jungen Menschen als unmöglich spießig verschrienen Kahnkorso angesehen, der uns allen wahrhaft großes Vergnügen bereitet hat!!! Da wir „erst“ eine dreiviertel Stunde vor Beginn des Korsos mit unseren Stühlen an der Spree anrückten, mussten wir uns mit einem Platz in der zweiten Reihe zufrieden geben. Allerdings haben wir uns gleich mit den vor uns sitzenden angefreundet, die allerlei Gaben, die von den Kähnen so angeflogen kamen, zu uns nach hinten durchgereicht habe. Die meisten Sachen wurden natürlich auch von Frauen geworfen, die immer froh waren, wenn die Sachen mal nicht ins Wasser fielen, oder von kleinen Jungs, die uns die Bonbons nicht zuwerfen wollten, sondern uns mit ihnen abwerfen! Insgesamt kam es zu einer Ausbeute von zwei Schuhanziehern, einer grünen Gummiente, drei sauren Gurken, einer Stulle und zahlreichen Bonbons und Lutschern. Unsere wertvollste Beute war ein ganzes, schon in Scheiben geschnittenes Krustenbrot, das Wenke unter Einsatz ihres Lebens gefangen hat.

Nachdem Wenke um halb acht und Susi und Christian um kurz ach acht das Fest verlassen haben, musste auch ich um 22 Uhr meinem ermüdeten und schmerzenden Körper nachgeben und ließ mich von meinem lieben Freund nach Hause bringen. Sören ist natürlich wieder zurück gegangen und hat sich – da ich ja nicht da war, um auf ihn aufzupassen – auf waghalsige Wetten eingelassen. Er hat mit großer Klappe verkündet, er würde es schaffen, sich ein Stück Pronto-Pizza ganz in den Mund zu stecken und es auf diese Weise auch noch zu kauen und runterzuschlucken. Der erste Teil des Plans ist tatsächlich aufgegangen, danach allerdings... Naja, er hat sich danach halt ein neues Stück Pizza gekauft und dieses normal verzehrt.

Das Abendprogramm wurde von Marcus gestaltet (ja, DEM Marcus und ja, DAS Lied hat er sogar als erstes gespielt). War wohl gar nicht so schlecht. Nachdem am Grün-Weiß Stand das Bier alle war, setzten sich die Jungs erst in eine Kneipe, und beschlossen den Abend dann würdig mit einem Hassi anna Bussi! Ich hoffe, nächstes Jahr seid ihr alle dabei, wenn es wieder heißt: Füllt den Magen und die Blase – es ist Spreewaldfest! A.

1 Kommentar:

.hejRon hat gesagt…

Annika, du TEXTGOTT!!! ähhh noch mal: Annika, du TEXTGÖTTIN!
Wiedereinmal sehr schön geschrieben! Ich liebe deine Texte und bin absofort dein "Textgroupie". Ich möchte natürlich, dass du mich in Zukunft unterschwellig in deinen Texten vorkommen lässt! Gern auch so mit sachen wie, ich gebe dir mal ein paar Stichpunkte:

Hotelzimmer
Toll
VagieClean
Nippelretter
und äh...
Zigarettenkippe

Das wäre toll!
Schönste Grüße aus der Zone.

Beitragende